Witten – Privatuni-Pionierin und  Stadt „in der Nähe von“

Ruhrstandort mit jungen Impulsgebern & Traditionsunternehmen

Witten? Kennt man! „Das ist doch die Stadt in der Nähe von…“ hört man als Wittenerin und Wittener öfter. Schlimm? Im Gegenteil: Als 99.000-Einwohner-Stadt zwischen den Oberzentren hat Witten verstanden, dass „in der Nähe von“ ein attraktiver Standortfaktor ist. Inmitten der großen Player hat Witten alles zu bieten, denn die Stadt ist “&“: Strukturwandlerin & Uni-Pionierin. Urban & grün. Industrie- & Erholungsort. Wirtschafts- & Wohnstandort.

Witten ist eine Stadt mit „jungen Machern“ aus Deutschlands erster Privatuniversität & mit vielen traditionellen Unternehmen: Vor allem kleine & mittelständische sind tätig in Dienstleistung & Produktion. Witten ist „In der Nähe von“ Nachbarn, aber auch „nearby“ innerhalb der Stadtgesellschaft: Da beleben sich Unternehmen, Privatuni und Stadtviertel gegenseitig.

Arbeiten: KarriereWERKSTATT 4.0

(R)Evolution, junge Menschen, Produktion in digitalisierten Welten – was nach Science-Fiction klingt, gibt’s mitten in Witten: der Stadt, die amtierende Ruhrgebietsmeisterin bei den Industriearbeitsplätzen ist. In unmittelbarer Nachbarschaft der Deutschen Edelstahlwerke als größter industrieller Arbeitgeber macht die KarriereWERKSTATT GmbH Menschen in 16 unterschiedlichen Ausbildungsberufen fit für die „Welt 4.0“.

2008 gegründet bietet die Karrierewerkstatt für 85 Verbundpartner in der Region Aus- und Weiterbildung an – „darauf sind wir stolz“, sagt Geschäftsführer Gunnar Dachrodt. Mehr als 330 Auszubildende lernen derzeit in Witten: schwerpunktmäßig für Metall- und Elektroberufe. 31 Ausbilder und 2 Sozialpädagoginnen kümmern sich darum, dass die vorwiegend jungen Menschen mit starkem Wissen aus Theorie und Praxis die Unternehmen stärken.

Warum gute Ausbildung so wichtig ist, unterstreicht auch der Wittener Unternehmer und aktuelle Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Wilfried Neuhaus-Galladé: „Wir stehen am Beginn einer neuen industriellen Revolution“, mit neuen Berufsbildern und Ausbildungsberufen. In dieser digitalisierten Welt sei qualifizierte Ausbildung „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ – und Einzelverantwortung jedes Unternehmens. Witten bietet und nutzt das!

Business: Zukunftsmotor UW/H

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) wurde 1982 als erste Universität Deutschlands in privater Trägerschaft gegründet. Ärztliches Fachpersonal und Hochschullehrkräfte beklagten damals die Praxisferne der ärztlichen Ausbildung und gründeten zuerst eine medizinische Fakultät. Von seinerzeit 27 ist die Uni auf derzeit 2.400 Studierende und drei Fakultäten – Gesundheit, Wirtschaftswissenschaft und Kulturreflexion – gewachsen.

Die UW/H ist wichtiger Impulsgeber für Forschung und Lehre in Deutschland. Das für alle Studiengänge obligatorische „Studium fundamentale“ steht als fachübergreifender Identitätskern für Perspektivenvielfalt. Im Bereich Wirtschaftswissenschaft ist das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Pionier der akademischen Forschung und Lehre zu den Besonderheiten von Familienunternehmen. Das Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) arbeitet daran, Nachhaltigkeit zu einem Kernthema für Führungskräfte von heute und morgen zu machen.

Als private Universität in gemeinnütziger Trägerschaft erwirtschaftet die Hochschule den größten Teil ihres Budgets durch eigene Erträge, private Fördermittel, Forschungsförderungen und Drittmittel. Bis heute begreift die Hochschule den Dialog mit der Gesellschaft als gleichrangig mit praxisnahen Studienangeboten und innovativen Forschungsergebnissen.

Leben: Nachbarschaftliche Kreativität

„Auf einem Bein kann man nicht stehen“, das hat der Strukturwandel im Ruhrgebiet gezeigt. Festen Stand hat Witten deshalb mit beiden Beinen: Business & Arbeit. Tradition & junge Impulse. Handwerk & Wissenschaft. Dieses „und“ zeigt sich ganz deutlich auch in der Wittener Kultur: Hier erweitern leidenschaftliche Bürgerinnen und Bürger die institutionalisierten Angebote.

Im Wiesenviertel, nicht weit entfernt von den städtischen Kulturinstituten, spricht das Motto für sich: „Nachbarschafft“. In ihrem Quartier rund um die Wiesenstraße schaffen Studierende und ihr „Kiez“ eine ganz neue Viertel-Kultur: vom Open-Air-Fest über Co-Working-Spaces bis hin zu Kunst im öffentlichen Raum. Mitten im architektonischen „Früher“ entsteht Neuzeitliches.

In Witten zeigt sich, was geht, wenn Stadtgesellschaft Neues wagt. Muss man selber sehen! Zum Beispiel bei der Tafelmusik im Sommer. Oder in Verbindung mit den international bekannten Kammermusiktagen im Frühling. Oder zum Zeltfestival im Spätsommer. Das findet – nur fürs geografische Protokoll erwähnt – nämlich zum größten Teil auf Wittener Stadtgebiet statt. Aber gerade hier zeigt sich der „Stadt-der-Städte-Charakter“: Es heißt Zeltfestival RUHR – da zählt das WIR-Gefühl, nicht das Ortseingangsschild.

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