Kultiger Ruhrlaub: feine Glanzlichter vor imposanter Industriekultur

Die Koordinaten im Leben der Menschen in der Metropole Ruhr haben sich verschoben: Kohle und Stahl sind heute Weltkulturerbe, statt in den Taubenschlag klettern die Menschen auf Halden und statt Bier genießen sie in der Brauerei Kunst. Auf einer Kulturreise kann man die Schätze und Perlen unserer Metropole heben – von Hochkultur über Industriekultur bis Stadtkultur.

Kultur auf Halde

Halden sind die Berge der Metropole Ruhr. Die 20 begehbaren Haldentops werden gekrönt von spannenden Kunstwerken namhafter Künstler, zum Beispiel der 67 Tonnen schweren Skulptur „Bramme für das Ruhrgebiet“ des „Poeten der Schwerindustrie“ Richard Serra auf Halde Schurenbach.

Auf der Halde Beckstraße der ehemaligen Zeche „Prosper II“ bezwingt man den Tetraeder. Die Stahlkonstruktion „Haldenereignis Emscherblick“ hat die geometrische Form einer dreiseitigen Pyramide und ruht acht Meter über dem Boden auf vier Betonsäulen, eine Treppe mit 387 Stufen führt zu drei Aussichtskanzeln.

Mit 159 Metern eine der höchsten Abraumhalden ist Halde Haniel. Auf dem Gipfel: ein Amphitheater und die Installation aus Eisenbahnschwellen „Totems“ des Künstlers Agustín Ibarrola.

Ikone der Industriekultur: Zeche Zollverein

Das Unesco-Welterbe Zeche Zollverein ist die Ikone der Industriekultur schlechthin. Zollverein war nicht nur die leistungsfähigste Zeche der Metropole, sondern galt auch als schönste Zeche der Welt. Das bekannteste Industriedenkmal bildet einen der Höhepunkte auf der „Route der Industriekultur“, auf der 55 bedeutende Industrieanlagen, Arbeitersiedlungen, Museen und Panoramen einen hervorragenden Einblick in die Geschichte unserer Metropole bieten.

Nur hier erhältlich: Ruhrtriennale

Ein weiterer Ankerpunkt der Industriekultur: die Bochumer Jahrhunderthalle. 1902 erbaut, war sie einem Kirchengebäude ähnlicher als einer Fabrik – eine dreischiffige Basilika, gekrönt von einem 70 Meter hohen Glockenturm. Nachdem die Öfen ausgeblasen waren, ist die Jahrhunderthalle seit 2003 zentrales Festspielhaus des international hochrenommierten Musik- und Theaterfestivals „Ruhrtriennale“: Künstler bespielen Bergbaubrachen und monumentale Industriearchitektur mit Tanz, Theater, Musik, Performance und bildender Kunst. Nur erhältlich in der Kulturmetropole Ruhr!

Auf ExtraSchicht in der „Nacht der Industriekultur“

Einen Fuß abseits der Hochkultur setzt die „ExtraSchicht“ jedes Jahr Industriearchitektur, Produktionsstätten und Zechenlandschaften glänzend in Szene: 50 Spielorte, 22 Städte und 500 Events mit klassischer Musik, Tanz, Theater, Performances, Ausstellungen und Lichtinstallationen.

Von Folkwang bis Dortmunder U

In der Metropole Ruhr verdichten sich moderne und zeitgenössische Kunst in rund 200 Museen in einer beeindruckend vielschichtigen, urbanen Kunstlandschaft – von einem der renommiertesten Museen Deutschlands, dem Museum Folkwang in Essen, bis zum Zentrum für Kunst und Kreativität, dem Dortmunder U, dem bekanntesten Buchstaben Dortmunds, der auf dem ehemaligen Kellereihochhaus der Union-Brauerei thront.

Avantgardistische Lichtkunst im Brauereikeller

Eine Ruhrkulturreise sollte durch den Tunnel aus roten und blauen Leuchtstofftränen im „Tunnel of Tears“ des Lichtkünstlers Keith Sonnier führen – im weltweit ersten und einzigen Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna. Bis 1979 wurde in der Lindenbrauerei das Linden-Adler-Pils gebraut, heute haben zwölf Lichtkünstler wie Mischa Kuball, Mario Merz und James Turell in den labyrinthischen Gängen des Gewölbekellers die ständige Lichtkunst-Ausstellung eingerichtet.

Kuboshow – Kunstmesse mit Handmade-Charme

Geheimtipp für einen Trip in die Welt der Kreativen gefällig? Auf dem Entdeckermarkt für junge Kunst, der Kuboshow, kann man in den Herner Flottmann-Hallen einmal jährlich nicht nur Kunst bestaunen, sondern auch kaufen. Junge internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen auf dieser spannenden und wichtigen Nachwuchsmesse außergewöhnliche gegenständliche Kunst.

Urbanatix: Streetart meets world artistic

Von Hochkultur und Kunst geht es zum Abschluss auf die Straße Richtung Streetartistik – und zu einem weiteren weltweiten Superlativ: Die einzigartige Show „Urbanatix“ in der Jahrhunderthalle vereint klassische Akrobatik mit moderner Streetartistik. Traceure, Freerunner, Tricker, Tänzer, Breakdancer und Biker entfachen ein glitzerndes Konglomerat aus Theater, Tanz, Akrobatik, Comedy, Musik und Videoinstallation.

Im perfekten Kultur-Ruhrlaub taucht man ein in die dichteste Kulturlandschaft Deutschlands mit feinen Glanzlichtern vor imposanter Industriekultur: rund 200 Museen, 120 Theater, rund 250 Festivals und Feste, 100 Kulturzentren, 100 Konzertsäle, Musicaltheater, Varietés und vieles mehr. Einzigartig in Europa.

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