Lieber Herr Zetsche, wann geben Sie endlich Vollgas gegen Abgas?

Sie haben zwar gerade das erste von zehn geplanten Elektromodellen vorgestellt und das Konzept „Vision Urbanetic“ nachgelegt. Aber bis diese Neuerungen greifen, seien wir mal ehrlich, ziehen noch so einige Jahre ins Land. Und was passiert jetzt? Abgasskandal, stockender Klimawandel und, und, und.

Wir wissen, Klimaschutz und Elektromobilität sind wichtige Themen für Sie. Doch wie setzt man diese JETZT um? Das zeigen wir Ihnen gerne.

Die ehemalige Zechenstadt Bottrop in der Metropole Ruhr ist heute eine internationale Vorzeigekommune und Vorreiterin für die Klimawende von unten. Hier in Bottrop läuft der Fortschrittsmotor Klimaschutz nicht erst seit gestern, sondern schon seit 2010. Die Stadt ist die erste InnovationCity Deutschlands. Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß halbiert werden.

Und wie geht das? Neue Verkehrskonzepte, ein innovatives Mobilitätsmanagement und die Förderung von Elektromobilität stehen im Fokus. Ihre neuen Elektrofahrzeuge finden bei uns in der Metropole Ruhr bereits an vielen Orten eine Ladesäule. Doch nicht nur die 08/15-Ladestationen, sondern auch Schnellladesäulen. Wie Sie sicherlich wissen, ist Ihr Mercedes-Benz EQC so in 30 Minuten wieder startklar – also bis zu zwölfmal schneller als an herkömmlichen Ladestationen.

 

Aber auch das „Zukunftshaus“ tankt Ihren Elektroflitzer wieder auf. Dank neuester Technologien produziert das Haus mehr Energie, als es verbraucht. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach zahlt quasi Ihre Tankrechnung. Ach übrigens, das Haus kann noch mehr: Frischluft wird abhängig von der CO2-Konzentration zugeführt. Fenster öffnen ist gar nicht mehr notwendig.

Selbst die Pflastersteine tragen in Bottrop zum Klimaschutz bei. Auf einer Fläche von 750 Quadratmetern wurden etwa 50.000 Photoment-Steine verbaut. Sie reinigen die Luft: Die Belastung durch Stickoxide konnte an dieser Stelle um durchschnittlich zwölf Prozent verringert werden.

„Das Ruhrgebiet ist viel mehr, als die Energieschmiede Europas. Hier wird gezeigt, wie Städte klimagerecht und zukunftsfähig umgebaut werden können“, sagt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation Management GmbH. Bereits zur Halbzeit des Bottroper Projekts sind 38 der angestrebten 50 Prozent CO2-Reduktion gesichert. Das sind rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr weniger.

Deutschlandweit gibt es keine andere Stadt, die dieses Ergebnis innerhalb von fünf Jahren vorweisen kann. Wir sagten ja bereits, Vorreiter und Vorzeigeregion! Die Ideen aus Bottrop werden mittlerweile in 20 anderen Stadtquartieren in der Metropole Ruhr implementiert. Und das internationale Interesse ist groß: Zuletzt war der Oberbürgermeister von Rotterdam zu Besuch, um sich die Erfolge Bottrops in nachhaltiger, klimagerechter Stadtentwicklung anzusehen. Sogar aus China kommen Delegationen.

Wann kommen Sie, Herr Zetsche?

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