„Auf MARK 51°7 versteht man Wandel als Chance“

Enno Fuchs, Geschäftsführer der Bochum Perspektive 2022 GmbH, im Interview zur Entwicklung des ehemaligen OPEL-Standorts.

Früher wurden hier auf einer Fläche von knapp 70 Hektar Automobile hergestellt, in Zukunft soll auf MARK 51°7 in Bochum die Industrie eng mit der Spitzenforschung verknüpft und Wissenstransfer für innovative Geschäftsideen gelebt werden. Moderne Arbeitsplätze in einem lebenswerten, grünen Umfeld, das ist die Vision, an der Enno Fuchs mit großer Tatkraft arbeitet. Fuchs kann sich noch genau daran erinnern, wie hier die Autos vom Band liefen und in den riesigen Hallen gearbeitet wurde. Daher ist er sehr froh, dass hier nach der Schließung des größten Arbeitgebers der Stadt in einigen Jahren sogar mehr Menschen arbeiten werden als zuvor. Die Schätzungen belaufen sich auf über 2500 Arbeitsplätze in Wissenschaft, Gewerbe und Industrie.

Zukunftsstandort mit innovativer Infrastruktur

Der Standort hat über die Grenzen Bochums hinaus für die gesamte Metropole Ruhr eine große Bedeutung, weil er einer der größten Industriestandorte in NRW ist. Wenn man sich mit der Entwicklungsfähigkeit einer Fläche beschäftigt, spielt auch die Energieversorgung eine bedeutende Rolle. „Bei uns wird Zukunft mitgedacht. Wir haben nicht nur eine schnelle Glasfaserinfrastruktur mit Anbindungen an die europäischen Netzknotenpunkte in Amsterdam und Frankfurt, sondern auch ein innovatives Energiekonzept inklusive E-Ladesäulen für Elektromobilität entwickelt, das 70 Prozent der Energieversorgung von MARK 51°7 über erneuerbare Energien abdecken wird. In erster Linie geschieht dies mit Geothermie, was in Deutschland für diese Größenordnung einzigartig ist“, sagt Geschäftsführer Fuchs.

Gute Voraussetzungen für Unternehmen mit neuen Technologien

Schon 40 Prozent der verfügbaren Flächen auf MARK 51°7 sind vermarktet. Fuchs schafft Perspektiven. Sein Ziel bis 2022: Die Fläche soll komplett saniert, entwickelt und für Investoren zur Verfügung gestellt sein. Neben der DHL und DEKRA wird sich bald das IT-Security-Unternehmen ESCRYPT GmbH, ein Unternehmen der Bosch-Gruppe, ansiedeln. Die Ruhr-Universität Bochum plant im ehemaligen, denkmalgeschützten Opel-Verwaltungsgebäude das O-Werk, einen Innovationscampus mit Coworking-Spaces und Hörsälen. Zudem sollen Forschungszentren für smarte Produktionssysteme und neuronale Systeme entstehen. Durch diese vielseitigen Ansiedlungen verspricht man sich fruchtbare Wechselwirkungen zwischen Industrie und Wissenschaft. Aber Fuchs vergisst neben der gewerbepolitischen Entwicklungsaufgabe die Stadtplanung nicht: Für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität sind über 160.000 Quadratmeter Natur mit 517 Bäumen im Freiraumkonzept von MARK 51°7 vorgesehen.