Smart Hospital mit Künstlicher Intelligenz

Professor Michael Forsting über die Vorreiterrolle der Uniklinik Essen

Künstliche Intelligenz, 3D-Druck, OP-Roboter und die elektronische Patientenakte: Das Universitätsklinikum Essen wird zum Smart Hospital, dem Krankenhaus der Zukunft. Mit neuen Hightech-Verfahren wird der Aufenthalt des Patienten besser dokumentiert, werden Krankheiten schneller erkannt und präzisere Diagnosen gestellt.

Künstliche Intelligenz verbessert die Medizin

Professor Michael Forsting ist Direktor der Radiologie und setzt zum Beispiel bei der Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Er lässt sich unterstützen durch lernende Computersysteme, die Röntgenbilder analysieren. Dafür hat das Uniklinikum Essen einen Algorithmus entwickelt, der Informationen sehr vieler medizinischer Fälle abgleicht, inklusive der Bilddaten von Tumoren und Angaben dazu, ob sich Metastasen gebildet haben. Über die Zeit lernte das System, Muster zu erkennen, liefert heute ziemlich treffsichere Diagnosen und vergisst auch seltene Erkrankungen nie mehr. „Künstliche Intelligenz wird dazu führen, dass die Medizin besser wird“, ist Professor Forsting überzeugt.

 

Für seine Arbeit hat Professor Forsting bereits mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten – unter anderem den Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft. Angst, dass es in Zukunft durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz weniger Arbeit für ihn und seine Kollegen in der Radiologie geben könnte, hat er nicht. Im Gegenteil: Er begrüßt, dass die teils ermüdenden Analysen in Zukunft von Computern vorsortiert werden und die Ärzte dadurch viel schneller die richtige Therapie einleiten können. Auch die Folgen der demografischen Entwicklung, durch die immer mehr ältere Menschen durch eine abnehmende Zahl von Ärzten versorgt werden müssen, könnten solche Technologien lindern.

Smart Hospital: die Universitätsmedizin Essen

Das Universitätsklinikum gehört, wie die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum, zur Universitätsmedizin Essen. Es ist das größte an einem Standort zentrierte Universitätsklinikum im Ruhrgebiet und das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum der Metropolregion Ruhr. Mit über 1.300 Betten und 6.700 Beschäftigten behandelt es im Jahr rund 55.000 Patientinnen und Patienten stationär und 260.000 ambulant. Schon vor 20 Jahren hat Essen mit der Digitalisierung begonnen und will weiter Vorreiter bleiben.

„Die Universitätsmedizin Essen ist auf dem Weg zum Smart Hospital. Digitalisierung darf dabei keine Frage der Ökonomisierung sein, sondern des Patientenwohls. Wir wollen, dass sich unsere Patienten gut umsorgt fühlen. Und wir wollen die Arbeitsbedingungen unserer Beschäftigten verbessern. Wenn sie durch digitale Hilfsmittel maßgeblich entlastet werden, können sie sich wieder mehr um die Patienten kümmern“, sagt Professor Jochen Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen.