Kick it: Faszination Fußball in der Metropole Ruhr

Ex-Profi-Fußballer Ingo Anderbrügge erklärt, warum Fußball mehr ist als nur Sport

Deutschlandweit die meisten Zuschauer, die meisten aktiven Spieler und die größte Dichte an Vereinen, Plätzen und Stadien: In der Metropole Ruhr spielt Fußball eine außergewöhnlich große Rolle. Fußball trägt hier nicht nur zur Identität und Kultur bei, er stärkt auch die Wirtschaft der Region – und den Charakter.

Deutsches Fußballmuseum erzählt die Geschichte des beliebtesten Ballsports

Einer, der das genau weiß, ist Ex-Profi-Fußballer Ingo Anderbrügge. Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund trafen wir ihn zum Interview. Hier steht der Pokal, an den er sich am liebsten erinnert, sein Karrierehighlight: 1997 erreichte er den Sieg im UEFA-Cup mit dem Verein Schalke 04. „Auch wenn ich nie für die Nationalmannschaft spielte, bin ich sehr glücklich, mit unserer Eurofighter-Mannschaft einen kleinen Teil Fußballgeschichte geschrieben zu haben.“

Integrative Kraft des Fußballs für die Gesellschaft

Anderbrügge ist durch und durch ein Kind des Ruhrgebiets: In Datteln geboren, lebt er heute mit seiner Familie in Recklinghausen. Für ihn sind der Fußball und die Metropole Ruhr untrennbar miteinander verbunden. „Ohne Fußball ist das Ruhrgebiet gar nicht denkbar. Auf den Sportplätzen und in den Stadien finden alle Menschen zusammen, ob Manager oder Arbeiter. Der Sport hat immer noch eine starke integrative Kraft, deren Wurzeln in den ehemaligen Zechenmannschaften liegen“, sagt Anderbrügge.

In der Fußballschule für das Leben lernen

Diese Kraft und seine Leidenschaft versucht er an nachfolgende Generationen weiterzugeben – mit seiner Fußballschule für Kinder und Jugendliche, ein Unternehmen, das ihm sehr am Herzen liegt. „Die Kinder können wahnsinnig viel vom Mannschaftssport lernen“, erklärt der Ex-Profi. „Dazu gehört neben Teamgeist und Fairplay auch das Einhalten von Regeln, Disziplin und der Wille, nach einer Niederlage wieder aufzustehen.“

Fußball für den guten Zweck

Doch nicht nur als Zuschauer und Trainer bleibt er dem Sport treu, Anderbrügge spielt weiterhin regelmäßig aktiv Fußball: Er hat die „Ruhrpotthelden“ ins Leben gerufen, eine Hobbymannschaft aus ehemaligen Profisportlern, Unternehmern und Prominenten aus dem Ruhrgebiet, die den Gewinn aus ihren Turnieren für gute Zwecke spendet. „Wenn dann am Ende des Tages alle Mitspieler erschöpft, aber glücklich in der Kabine sitzen, noch ein Bier trinken und an den Scheck denken, den sie überreichen können, ist das ein sehr gutes Gefühl“, strahlt Anderbrügge.