Digitale Innovation im Weltkulturerbe Zollverein

Früher wurde auf der Zeche in Essen Kohle gefördert, heute sind es Ideen rund um die Digitalisierung.

Sie schwirrt geschäftig um die Arbeitsplätze herum, schaut nach den Workshops und steht auch ab und zu hinter der Theke. Susann Kleinhans ist Geschäftsführerin von der Schmiede Zollverein, einem Start-up, das gerade ein Jahr alt geworden ist. Gemeinsam mit fünf Mitarbeitern berät sie mittelständische Unternehmen und Institutionen in der Metropole Ruhr und darüber hinaus zu allen Themen der Digitalisierung. Das Besondere daran ist ihr Konzept: Im Rahmen des Angebots „Die Digitalwerkbank“ arbeitet Susann Kleinhans mit ihren Kunden nicht in deren Unternehmen, sondern in ihrer Schmiede. Sie beginnen gemeinsam in kleinen Schritten Projekte, dann gehen die Kunden geschult zurück in ihre Unternehmen und verbreiten ihr neues Wissen. „Ich sehe uns als Wegbereiter der Zukunft“, sagt Kleinhans. „Wir möchten bei unseren Kunden Begeisterung für die digitale Transformation schaffen und sie gemeinsam, praxisorientiert und bodenständig umsetzen.“ 

Vorbild für die Schmiede war Schacht One von Haniel

Die Initialzündung dazu kam von Dirk Müller. Er ist Geschäftsführer der Schacht One GmbH, der Digitalisierungseinheit des Traditionskonzerns Haniel. Er schmiedet seit drei Jahren mit neun festen Mitarbeitern Ideen neue und ergänzende Geschäftsmodelle für die sechs Unternehmen, an denen die Haniel-Gruppe die Mehrheit hält. Viele Anfragen von anderen Unternehmen erreichten die digitale Einheit, und so wurde die Schmiede Zollverein als Spin-off gegründet.  Gemeinsam nutzen beide Innovationsmanager die kreative Umgebung, optimale Arbeitsbedingungen und die Strahlkraft des UNESCO-Welterbes Zollverein, um mit digitalen Ideen zu glänzen. Auf dieser industriehistorischen Basis schaffen sie die Grundlage für etwas Neues. Eine Symbiose, die man schon als typisch für die Metropole Ruhr bezeichnen kann: Zukunftsweisende Ideen an spannenden Orten zu verwirklichen.