Dorsten – auf dem Weg in die Moderne

Facettenreich und geschichtsbewusst

Die Stadt Dorsten im Norden der Metropole Ruhr zählt 76.543 Einwohner und hat viele Gesichter. Ihr Herz ist die Altstadt, die nach der Zerstörung im Krieg auf ihrem mittelalterlichen Grundriss rund um den markanten Marktplatz wieder errichtet wurde. Die Fußgängerzone lockt über die Stadtgrenzen hinaus als beliebtes Shopping-Ziel, besonders an den Markttagen Montag, Donnerstag und Samstag.

Dorsten ist vielfältig: Das Stadtzentrum sowie die früheren Zechenstadtteile Hervest und Holsterhausen sind urban geprägt, die selbstbewussten ländlichen Gemeinden im Norden charmante münsterländische Dörfer mit langer Geschichte. Und auch die in den 1960er Jahren auf der grünen Wiese konzipierte moderne „Neue Stadt Wulfen“ charakterisiert ein Stück Dorsten. Alle Stadtteile sind beliebte Wohnquartiere am grünen Rand des Ruhrgebiets.

Feierlicher Abschied von der Steinkohle im November 2018

Wintervergnügen auf dem Marktplatz

Wasserschloss Lembeck inmitten des Naturparks „Hohe Mark“

Feierlicher Abschied von der Steinkohle im November 2018

Wintervergnügen auf dem Marktplatz

Wasserschloss Lembeck inmitten des Naturparks „Hohe Mark“

Arbeiten: Zwischen Tradition und Zukunft

Dorsten mit einer gut ausgebauten Infrastruktur im Umfeld von Wohnquartieren, verkehrlich gut angebunden und mit ausgedehnten Natur- und Waldflächen ist für Fach- und Führungskräfte eine attraktive Stadt. So findet sich hier ein großes Potenzial an besonders gut qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Gründe dafür sind auch das innovative Berufskolleg, viele flankierende Weiterqualifizierungsmaßnahmen sowie die erprobte Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Universitäten Münster, Bochum und Duisburg sowie der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Als ein attraktiver Arbeitgeber im Industriepark Dorsten gilt zum Beispiel das über 120-jährige Familienunternehmen Stiftsquelle. Es bietet Mineralwasser von Spitzenqualität, aus den Tiefen des Naturparks Hohe Mark. „Lecker, erfrischend und neutral“, so beurteilt Geschäftsführer Sebastian Brodmann den Geschmack seines Wassers. Sie seien die ersten gewesen, die Mitte 2016 ein eigenes Bio-Mineralwasser auf den Markt gebracht hätten. „Nachhaltigkeit spielt bei uns eine immer wichtigere Rolle“, sagt er. So fördert das Unternehmen nur 80 Prozent der genehmigten Menge, um das Grundwasser zu schonen. Und die PV-Anlage auf dem Dach des Unternehmensgebäudes deckt ein Drittel des Strombedarfs aus Sonnenenergie.

Business: Bewährte Industrien und innovative Dienstleistungen

Nach dem Ende der Kohleförderung ist – teils auf ehemaligen Bergwerks- und Kraftwerksflächen – ein starker, mittelständisch geprägter und innovativer Industrie- und Dienstleistungssektor gewachsen. Neben klassisch industriellen Betrieben wie Metallwerken, Maschinenbauern und Textil-Fabriken entwickeln sich in Dorsten vor allem Dienstleistungsunternehmen, die Logistikbranche und die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Damit sind rund 5.000 neue Arbeitsplätze entstanden – mehr, als durch den Strukturwandel verloren gegangen sind.

Eines der Industrieunternehmen, welches sich seit 100 Jahren bewährt hat, sind die Dorstener Drahtwerke. Produziert wird gezogener Draht, Drahtgewebe und geschweißte Gitter der Spitzenklasse, zum Beispiel für die Automobilindustrie, die Raumfahrt und den Maschinenbau. „Unsere Kunden schätzen unseren Service und unsere Beratungskompetenzen. Wir halten unsere Verfahren stets auf dem neuesten Stand, um Qualitätsanforderungen unserer weltweiten Kunden erfüllen zu können. Unsere Produktionsstätten erfüllen alle Umweltstandards“, sagen die beiden Geschäftsführer Volker und Rüdiger Tüshaus.

Leben: Große Bürgerbeteiligung

Eine starke Landwirtschaft prägt seit Jahrhunderten große Teile des Dorstener Stadtgebiets. Viel Grün, ruhige Wirtschaftswege, überregionale Radwanderrouten und Sehenswürdigkeiten in allen Stadtteilen machen Dorsten beliebt bei allen, die Naherholung suchen oder hier ihr Zuhause finden.

Dorsten ist eine Bürgerstadt: Hier machen die Menschen mit. Allein in den rund 100 Sportvereinen sind über 20 000 Menschen aktiv. Das breite Kulturangebot in allen Stadtteilen ist zu einem erheblichen Teil bürgerschaftlich initiiert. Der stadtnahe Freizeitpark Maria Lindenhof zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal wird bis 2020 mit überwältigender Bürgerbeteiligung wiederbelebt und neu geplant. In fast allen Quartieren wurden in den letzten Jahren bürgerschaftlich getragene Stadtteilkonferenzen etabliert, die gemeinsam mit Politik und Verwaltung das Umfeld entwickeln. Überregional bekannt ist das „Creativquartier Fürst Leopold“, das mit einem breiten Gastronomie- und Kulturangebot in den denkmalgeschützten Gebäuden des früheren Bergwerks die Besucher begeistert. Dank seiner herausragenden Küchen und besonders dank der aus dem Fernsehen bekannten Sterne-Köche Frank Rosin und Björn Freitag (Goldener Anker) ist Dorsten auch für Feinschmecker ein beliebtes Ziel.