IGA 2027 in der Metropole Ruhr

„Motor für die Zusammenarbeit aller Städte“

Nach Kulturhauptstadt Ruhr.2010 und IBA Emscher Park ein weiteres Dekadenprojekt für die Stadt der Städte: 2027 soll die Internationale Gartenausstellung (IGA) in die Metropole Ruhr kommen – dezentral von den Städten der Metropole Ruhr gemeinsam ausgerichtet. Der Regionalverband Ruhr (RVR) bereitete im Frühjahr 2016 mit Unterstützung der Emschergenossenschaft die IGA-Bewerbung vor. Ende 2016 erhielt das Ruhrgebiet den Zuschlag der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft. Zurückhaltend gerechnete Besucherprognosen gehen von etwa 2,6 Millionen Besuchern aus, laut Machbarkeitsstudie könnte die Internationale Gartenausstellung sogar bis zu fünf Millionen Besucher anlocken. „Die IGA 2027 ist eine große Chance für die Metropole Ruhr und insbesondere für den Tourismus“, sagt Axel Biermann, Geschäftsführer Ruhr Tourismus.

  • 2,6 Mio.
    Besucher
  • 9000
    Arbeitsplätze
  • 800Mio. €
    Produktionswert

Wirtschaftsfaktor IGA

In einer aktuellen Untersuchung (Mai 2018) hat  das Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik (RUFIS) der Ruhr-Universität Bochum festgestellt: insgesamt 9.000 Arbeitsplätze sollen durch die IGA neu entstehen, mehr als 70 Prozent davon verbleiben in der Metropole Ruhr. Hinzu kommt ein durch die Investitionen ausgelöster Produktionswert von bis zu 800 Mio. Euro, davon entfallen 656 Millionen Euro auf die Region. Besonders werden der Tourismus, der Wohnungs-, Garten- und Landschaftsbau profitieren. „Die IGA ist nicht einfach nur eine schöne Blümchenschau, sondern Strukturprogramm und großes Investitionsprojekt, das die Region nach vorne bringt“, erklärt Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des RVR. „Mit der IGA 2027 können wir Investitionen in die Zukunft anstoßen, neue Arbeitsplätze schaffen und unser Image verbessern“, sagt Karola Geiß-Netthöfel.

 

Das Motto des IGA-Konzepts 2027 "Wie wollen wir morgen leben"

Der Nordsternpark in Gelsenkrichen: Hier sollen im Rahmen der IGA internationale Schaugärten entstehen

2015 feierte der Grugapark in Essen 50 Jahre Bundesgartenschau

Das Motto des IGA-Konzepts 2027 "Wie wollen wir morgen leben"

Der Nordsternpark in Gelsenkrichen: Hier sollen im Rahmen der IGA internationale Schaugärten entstehen

2015 feierte der Grugapark in Essen 50 Jahre Bundesgartenschau

Ausstellungskonzept

Das IGA-Konzept steht unter dem Motto: „Wie wollen wir morgen leben?“ und soll auf den drei Ebenen „Zukunftsgärten“, „Unsere Gärten“ und „Mein Garten“ realisiert werden. Hauptaustragungsorte sind die Städte Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen, die als zentrale Ausstellungsflächen Modellprojekte für zukunftsfähige Stadt- und Freiraumplanung, digitale Vernetzung und neueste Mobilitäts- und Umwelttechnologien präsentieren.

So wird zum Beispiel der Rheinpark in Duisburg im Rahmen der IGA von 25 auf 40 Hektar erweitert. Auf dem Gelände entsteht ein Pavillon, ein „Global Garden“. Gartengestaltungen und Pflanzen aus aller Welt sollen Touristen hierher locken. Ein Highlight an der Rheinpromenade: ein Sandstrand, der für entspanntes Urlaubsfeeling sorgt.

In Dortmund verbindet das Projekt „Emscher nordwärts“ eine mehr als vier Kilometer lange Grünfläche entlang der Emscher von der Rheinischen Straße bis zum Deusenberg. Im Rahmen der IGA entstehen dort Mobilitätshubs mit Gastronomie und Aussichtspunkten. Dazu gehören auch Teilprojekte wie das Brückenprojekt „Haldensprung“ und ein „Skywalk“ entlang der Gichtgasleitung. Auf fast 20 ha entsteht innenstadtnah ein neues Wohnquartier unter dem Motto „Wohnen – Arbeiten – Erholen“ auf kurzen Wegen.

Das Projekt „Emscher nordwärts“ knüpft damit an den Emscher-Umbau, das Generationenprojekt der Emschergenossenschaft, an. „Der Emscher-Umbau ist nicht nur ein wasserwirtschaftliches Projekt – er ist die Voraussetzung für gelingenden Strukturwandel; er befördert ökologische, ökonomische, touristische, soziale und viele weitere Effekte, die die Städte im Emscherraum positiv verändern. Die IGA 2027 ist hierfür eine perfekte Präsentationsplattform“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Der dritte Hauptausstellungsort ist der Zukunftsgarten mit Gartenausstellung in Gelsenkirchen. In den bereits gestalteten Teil des Nordsternparks werden internationale Schaugärten integriert und als Highlight die Kohlemischanlage neu inszeniert. Die umliegenden Stadtquartiere sollen angebunden werden.

Zur Zusammenarbeit der Städte sollen auch die kommunalen Projekte unter der Überschrift „Unsere Gärten“ beitragen. Dabei werden Park- und Gartenschätze der gesamten Region aufgewertet und präsentiert, innovative Projekte der Stadtentwicklung gezeigt und touristische Entwicklungen angestoßen. „Das Ruhrgebiet braucht ein solches Dekaden-Projekt. Dieses ist Motor für die Zusammenarbeit aller Städte“, sagt Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda aus Herne, der sich von Anfang dafür einsetzte, die IGA in die Region zu holen.

Auf der dritten Ebene mit dem Titel „Mein Garten“ werden lokale Akteure wie Umweltinitiativen, Kleingartenvereine, Mitmachgärten, Naturschutzinitiativen, Schulen, Kitas und andere Gruppen zum Mitmachen eingeladen. Damit wird die IGA 2027 zu einem regionalen Festival, das fast zwei Jahrzehnte nach dem Kulturhauptstadt-Ereignis ein neues nachhaltiges Bild der Region erzeugt.

„Die Landschaftsparks, Halden und Gärten in der Metropole Ruhr sind bereits heute innovative Beispiele für regionale Stadt- und Freiraumplanung. Mit der Grünen Hauptstadt Europas Essen 2017, der InnovationCity Ruhr und der Klimametropole Ruhr 2022 macht sich das Ruhrgebiet in den nächsten Jahren gemeinsam auf den Weg, Modellregion für Grüne Infrastruktur zu werden. Die IGA 2027 wird dabei den krönenden Abschluss bilden“, sagt Karola Geiß-Netthöfel. „Projekte, die im Rahmen der IGA realisiert werden, machen die Region für Besucher noch attraktiver. Die schon jetzt bedeutende Rolle des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Region wird damit weiter gestärkt“, ergänzt Axel Biermann.

Investitionen werden sich lohnen

Im Rahmen der IGA 2027 sollen 168 Millionen Euro netto in die Infrastruktur investiert werden. Und das Projekt lohnt sich, bescheinigt die Bochumer Studie: Für jeden öffentlich finanzierten Euro werden voraussichtlich sechs privat investierte Euro in die Region zurückfließen. „Die IGA“, fasst der Herner Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda zusammen, „bietet die einmalige Chance, unsere erfolgreichen Projekte der Stadtentwicklung und der ,Grünen Infrastruktur‘ im Ruhrgebiet national und international sichtbar zu machen.“