Grüne Hauptstadt Europas: Vorbild für viele europäische Städte

Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz sei Essen als Stadt der Metropole Ruhr Vorbild für viele europäische Städte, so begründete die Europäische Kommission ihre Entscheidung für Essen als ‚Grüne Hauptstadt Europas’ 2017.

Auch ausschlaggebend für die Wahl – die Emscher-Renaturierung und damit der Rückbau des ehemals ‚dreckigsten Fluss Deutschlands’. Als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas baut die Emschergenossenschaft insgesamt 400 Kilometer unterirdische Abwasserkanäle, die den Fluss und seine Nebenläufe vom Abwasser befreien. Rückhaltebecken werden zu landschaftsarchitektonischen Aushängeschildern, in denen sich auch bereits wieder seltene Pflanzen- und Tierarten angesiedelt haben.

Hohe Ziele für mehr Lebensqualität in der Metropole Ruhr

Die Grüne Hauptstadt hat sich insgesamt hohe Ziele gesetzt: Bis 2035 soll der Autoverkehr weiter merklich reduziert werden. Nicht zuletzt durch den Radschnellweg (RS1), der über 101 km die Städte zwischen Duisburg und Hamm miteinander verbinden wird. Wenn die Trasse im Jahr 2020 fertig ist, werden 1,7 Millionen Menschen am Rande wohnen. Rund 430.000 Arbeitsplätze liegen im unmittelbaren Einzugsgebiet. Aufs Rad umsteigende Pendler können dann jährlich bis zu 16.600 Tonnen CO2 einsparen.

Mehr Lebensqualität, darum dreht sich alles bei der Grünen Hauptstadt. Verschiedene Stadtentwicklungsprojekte kommen vor allem einer Zielgruppe zugute: Den Bürgern. Der neu angelegte Niederfeldsee präsentiert sich in Altendorf heute mit Parkanlage und einladendem Wohngebiet. Im Universitätsviertel, wo früher die Kruppsche Gussstahlfabrik beheimatet war, erstreckt sich ein weiteres Naherholungsgebiet, in dem Wohnen, Arbeiten und Leben perfekt zusammengehen. Und noch ein Projekt, über das sich wohl sehr viele Menschen aus der Region und Umgebung freuen: Ab diesem Jahr wird wieder in der Ruhr und damit in einem ehemaligen Industriefluss geschwommen. Ein innovatives Frühwarnsystem überwacht ständig die Wasserqualität.

Stadtnahe Wanderwege bieten Erholung im Grünen

Wer nicht schwimmend oder radfahrend zum Ziel kommen möchte, ist auch mit den Fuß-und Wanderwegen in der Grünen Hauptstadt und über deren Grenzen hinaus hervorragend bedient: Wo man hinschaut, gibt es sogenannte stadtteilverbindende Grünzüge: Insgesamt 45 der 50 Essener Stadtteile werden von ca. 500 km Wanderwegen tangiert. Ein Beispiel: Durch die Residenzaue mit alten Bäumen, Blumenbeeten und Teichen kommt man vom Borbecker Zentrum zum historischen Borbecker Schlosspark. Der Wanderer kann in Borbeck, das für enge Bebauung und eher wenig Natur steht, starten und auf der neu ausgeschilderten Tal-Route fast ausschließlich durchs Grüne streifen: Vom Hexbachtal mit dichtem Auenwald und urwüchsiger Natur geht es über das ländliche Bedingrade durchs Pausmühlbachtal (wo übrigens gut Kräuter wie Brennnessel, Bärlauch und Spitzwegerich für Hausapotheke und Küche am Wegesrand gesammelt werden können) und schließlich nach Gerschede. Das hübsche Dorf am äußersten nordwestlichen Stadtrand Essens besticht mit Wiesen, Bächen und Bauernhöfen.

Auftakt der grünen Dekade

Die Stadt Essen sieht ihr Jahr als Grüne Hauptstadt Europas nur als Auftakt einer grünen Dekade in der gesamten Region: Der Emscherumbau wird 2020 abgeschlossen sein, im Jahr 2022 findet die Ergebnispräsentation der KlimaExpo.NRW statt und 2027 kommt die Internationale Gartenausstellung (IGA) in die Metropole Ruhr.