Große Unternehmen kooperieren mit jungen Start-ups

Heinrich Hiesinger über das Potential der Metropole Ruhr für die Start-up-Szene

Der deutsche Industriekonzern thyssenkrupp ist eines von vier Dax-Unternehmen in der Metropole Ruhr und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 41,5 Milliarden Euro. Fast 160.000 Angestellte beschäftigt der Konzern in 79 Ländern. Trotzdem ist er offen für externe, kreative Start-up-Ideen.  

BeyondConventions: innovatives, internationales Veranstaltungsformat

„Wir haben nach einem Format gesucht, in dem Unternehmen und Start-ups auf eine Art und Weise zusammenarbeiten, die wirklich jedem etwas bringt“, so thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger. Auf dem Pitch-Event BeyondConventions suchten FUNKE MEDIEN NRW, innogy, Open Grid Europe, Schacht One (Haniel) und thyssenkrupp gemeinsam mit Ruhr:HUB, CAMP Essen und dem Initiativkreis Ruhr Start-up-Partner für ihre aktuellen digitalen Herausforderungen. Für die Konzerne war es das erste Mal, dass sie sich auf diese Weise mit Start-ups zusammentaten. Auf dem Pitch-Event im thyssenkrupp-Quartier war nach der Bewerbungsphase das Know-how junger, kreativer Unternehmen gefragt. Zu gewinnen gab es konkrete Aufträge und Pilotprojekte für das jeweils beste Konzept.

Weltweite Start-up-Ausschreibungen für reale digitale Herausforderungen

Die Unternehmen definierten dafür reale Challenges aus ihren Geschäftsbereichen und schrieben diese weltweit zum Pitch aus. Mehr als 220 Bewerbungen gingen ein. In der Endrunde von BeyondConventions präsentierten 35 Start-ups Lösungsansätze für die Aufträge der Konzerne. Die meisten kreativen Köpfe kamen aus Deutschland, es reisten aber auch Bewerber aus Frankreich, den USA und Neuseeland an. Für sie war nicht nur spannend, die Entscheider in den großen Unternehmen kennen zu lernen, sondern auch das Insiderwissen darüber, welche Lösungen sie aktuell für Digitalisierungsprozesse suchen.

Gefragt waren zum Beispiel eine App, die die Bedeutung von Erdgas für die Energiewende darstellt, oder ein Chatbot, der die Personalsuche auf Basis künstlicher Intelligenz unterstützt. Weitere Beispiele: neue Funktionen für sprachgesteuerte virtuelle Assistenten, wie etwa Siri, oder Drohnen, die den Baufortschritt bei Industrieanlagen dokumentieren.

„Das Ruhrgebiet ist ein Industriestandort. Das heißt, wenn die Start-ups eine tolle Lösung haben, sind all die Firmen, die diese Lösungen an den Kunden bringen können, in der Nähe. Und das ist ein riesiger Standortvorteil“, weiß Hiesinger um das B2B-Potenzial der Geschäftsideen. Er fährt fort: „Es ist wirklich beeindruckend, was für ein Ökosystem für Start-ups hier in den letzten Jahren entstanden ist. Hier ist echt was los.“