Stadt der Städte ist „dynamischste Logistikregion in Deutschland“

Neue Verteilzentren zählen zu den größten Europas

Schlagzeilen wie diese gingen in den letzten Wochen und Monaten durch die Presse: „Riesiges Zentrallager für METRO“ (WELT). „In Bochum entsteht Opels Super-Lager“ (BILD). „EDEKA investiert kräftig im Ruhrgebiet“ (Logistik-heute). „Neues Logistikzentrum für Amazon“ (Handelsblatt). Die Liste ließe sich beinahe beliebig lang fortführen, was beweist: Die Metropole Ruhr ist top im Bereich Logistik und Handel.

Nicht weiter verwunderlich, sieht man sich Lage und Struktur der Region genauer an. Als geographische Schnittstelle zwischen den bedeutenden europäischen Nord-Süd und Ost-West-Korridoren kommt dem Ruhrgebiet eine Ausnahmerolle zu. Aktuell ist der östliche Teil mit 75.000 m² Neuansiedlungen dynamischste Logistikregion in Deutschland, wie der Logistikimmobilien-Seismograph logivest gerade herausgab.

Unschlagbare Argumente bei Investitionsentscheidungen

Was ist es, das die Stadt der Städte von anderen so gravierend unterscheidet? Sicher kommt ihr die außergewöhnlich enge Verknüpfung von Industrie, Handel, Dienstleistungen, Bildung und Wissenschaft zugute – und die Tatsache, dass sie bei Investitionsüberlegungen unschlagbare Argumente liefert: Im Vergleich zu Metropolen wie München oder Berlin sind Mieten und Grundstückspreise an der Ruhr moderat. Zudem werden Stadtplanung und -entwicklung laufend neu definiert. Hier gibt es sie noch, die großräumigen Standorte in vorteilhafter Lage.

Und bald auch noch mehr auf Logistik und Handel spezialisierte Fachkräfte. Die Hochschule Ruhr West in Mülheim richtete den brandneuen Studiengang ‚E-Commerce’ zum Wintersemester 2017/18 ein. 65 Plätze wurden zunächst vergeben, Bewerber gab es fast viermal so viele. „Der Studiengang wurde auf Basis des Bedarfs der regionalen Handelsunternehmen konzipiert: Tengelmann, Metro, Aldi Süd, Eismann, Footlocker, BabyOne“, erklärt Prof. Dr. Koch, Vizepräsident der Hochschule Ruhr West. „So bekommen wir Fachkräfte aus der Region für die Region.“ ‚E-Commerce’ ist das erste Studium dieser Art im Westen von Deutschland.

Natürlich spielen bei Standortentscheidungen zudem die überaus flexiblen Anbindungen an das Verkehrsnetz eine bedeutende Rolle. Der größte Binnenhafen der Welt befindet sich in Duisburg und keine 50 km Luftlinie weiter stößt man in Dortmund auf den größten Kanalhafen Europas. Die Logistik- und Industriegebiete haben eine hohe internationale Bedeutung. Sie punkten mit trimodalem Güterumschlag für Massen- Stückgut-, und Containertransporte, über Wasser, Schienen und Straßen sind die Häfen mit dem gesamten europäischen Verkehrssystem verbunden.

Handelsketten mit großen Namen werden von hier versorgt

Nach logistikorientierten Unternehmen muss man gerade hier nicht lange suchen - zu duisport gehören mehr als 300. Eines davon ist Imperial Logistics, das in insgesamt 21 Ländern Vertretungen hat. Von Logistikkonzepten über Produktionsdienstleistungen bis hin zur Binnenschifffahrt  – das Unternehmen ist auf weltweite Logistik spezialisiert. Dortmund ist mit 160 Firmen rund um den Hafen dabei. Viele Handelsketten werden von hier versorgt. Darunter befinden sich große Namen wie Kaufland, Thalia oder IKEA. Insgesamt 133 Millionen Güter-Tonnen werden umgeschlagen, zwei Drittel davon per Bahn und Schiff.

Den Standort Duisburg wissen auch immer mehr chinesische Unternehmen zu schätzen. Nicht zuletzt die direkte Bahnverbindung zwischen den Duisburger Häfen und dem chinesischen Chongqing, der mit 32 Millionen Einwohnern größten Metropole der Welt, macht das Ruhrgebiet so interessant. Schnell, billig und umweltfreundlich ist die ‚neue Seidenstraße’ über Land zwischen Ostasien und Westeuropa. Beide Regionen profitieren, unter anderen von der Entlastung der Umwelt und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die DHL- Ansiedlung ist ein starkes Signal des Aufbruchs und ein Vertrauensbeweis für die Zukunftsfähigkeit der Stadt und der gesamten Region.

Thomas Eiskirch - Oberbürgermeister Bochum

Europaweit größter Logistik-Standort von Opel

Viele hundert Jobs sind auch mit dem neuen Zentrallager des Autoherstellers Opel entstanden. Von Bochum aus werden Ersatzteile in 50 Märkte Europas verschickt. Mit dem hochmodernen, zwölf Fußballfelder messenden Verteilzentrum, das gerade eröffnet wurde, ist Bochum zum europaweit größten Logistik-Standort von Opel geworden.

Wer meint, dagegen komme das Mega-Paketzentrum DHL mit ‚nur’ fünf Fußballfeldern Größe fast bescheiden daher, liegt falsch. Gerade entsteht, ebenfalls in Bochum, nicht nur eines der fortschrittlichsten, sondern auch eines der größten Paketzentren Europas. 50.000 Sendungen pro Stunde (!) werden hier auf dem Areal ‚MARK 51°7’ ab dem nächsten Jahr sortiert und auf den Weg gebracht – in die ganze Welt.