Stadt der Städte – ein exzellenter Forschungsstandort

Universitätsallianz bringt Hochschulen und Wirtschaft zusammen

Wir treffen Dr. Hans Stallmann, Koordinator der Universitätsallianz (UA Ruhr), auf dem Campus der Ruhr-Uni Bochum. Hier begann der Bildungsboom der 1960er Jahre. Heute wie damals macht sich Aufbruchsstimmung breit. Hochmoderne Gebäudekomplexe wechseln sich mit den Betonkolossen ab, die zur Gründungszeit der Hochschullandschaft an der Ruhr das Maß aller Dinge waren. Kräne ragen hoch in den Himmel, Presslufthämmer rattern, Bauarbeiter machen neben Studenten auf den Stufen zur Kunstsammlung der Uni Pause …

Herr Dr. Stallmann, egal, welche Hochschule man in der Metropole Ruhr besucht, überall wird gebaut.

Stallmann: Ja, das stimmt! Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen bauen an, sanieren und modernisieren. Allein der Campus der Ruhr-Universität wird für über eine Milliarde Euro auf den neuesten Stand gebracht – mit neuester Technik und modernsten Laboren.

Es wird auch deshalb so viel gebaut, weil die Zahl der Studierenden in den vergangenen Jahren enorm zugenommen hat. Heute studieren 255.000 junge Menschen in der Metropole Ruhr, die sich mit über 22 Hochschulen und vielen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu einer der größten Wissenschaftsregionen Europas entwickelt hat.

Was bedeutet das für die Metropole Ruhr insgesamt?

Stallmann: Die Hochschulen ziehen junge Menschen an und sorgen dafür, dass diese in der Metropole Ruhr bleiben. Dadurch stehen den Unternehmen der Region gut ausgebildete Fachkräfte in großer Zahl zur Verfügung. In Zeiten wirtschaftlicher Prosperität ist das ein echter Standortvorteil.

Heute studieren 255.000 junge Menschen in der Metropole Ruhr, die sich mit über 22 Hochschulen und vielen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu einer der größten Wissenschaftsregionen Europas entwickelt hat.

Dr. Hans Stallmann

Wir befinden uns hier auf einem Campus der Universitätsallianz Ruhr. Was genau ist das?

Stallmann: In der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) bündeln wir – die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen – Kompetenzen und Ressourcen, um unsere Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen. Seit der Gründung im Jahr 2007 hat sich die UA Ruhr sehr dynamisch entwickelt und einen hohen Grad an Vernetzung erreicht, der so deutschlandweit einzigartig ist. Mit mehr als 120.000 Studierenden und 1.300 Professorinnen und Professoren ist die UA Ruhr einer der größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.

Die drei Universitäten der UA Ruhr sind dem Initiativkreis Ruhr beigetreten, um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft noch weiter auszubauen. Insgesamt sind da 70 führende Unternehmen der Region zusammengeschlossen. Gemeinsam führen wir Projekte durch, um die Studierenden und Forscher z. B. mit den Vorständen und Entwicklungsabteilungen zusammenzubringen. Auch damit wollen wir den Gründergeist in der Metropole Ruhr beflügeln.

Können Sie uns einige Beispiele der Zusammenarbeit nennen?

Stallmann: Herausragende Projekte unserer Kooperation sind die beiden Profilschwerpunkte „Materials Chain“ und „Ruhr Explores Solvation“. Unter dem Dach von „Materials Chain“ wird der gesamte Bereich der Materialwissenschaften und Produktionstechnik an den drei Universitäten miteinander verzahnt, um die Schwerpunkte von über 200 bestehenden Forschungsgruppen zusammenzubringen.

Das Forschungscluster „Ruhr Explores Solvation“ wurde bereits in der Exzellenzinitiative des Bundes gefördert und führt zahlreiche regionale und internationale Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Ziel ist es, chemische Reaktionen, industrielle Prozesse und biologische Vorgänge in flüssiger Phase zu erforschen.

Darüber hinaus gibt es weit mehr als 100 Kooperationen in Forschung und Lehre sowie zwischen den Hochschulverwaltungen.

Wird das auch international wahrgenommen?

Stallmann: Ja, Internationalität ist ein ganz großes Thema für die UA Ruhr. Wir kooperieren mit einigen der renommiertesten Universitäten weltweit, z. B. in den USA mit Harvard, Princeton oder Berkeley. Die haben uns als gemeinsam aufgestellter Wissenschaftsstandort noch stärker im Blick als einzelne Hochschulen. Und unsere drei Verbindungsbüros in New York, Moskau und São Paulo unterstützen unsere Nachwuchswissenschaftler bei der Anbahnung von internationalen Forschungs-, Lehr- und Studienprojekten.  

  • 255000
    Studierende
  • 12
    Sonderforschungsbereiche
  • 1300
    ProfessorInnen
  • 16000
    AbsolventInnen