Grüne Spitzenforschung in der Stadt der Städte

Kompetenzzentrum in Herne will Schlüssel zur Energiegewinnung der Zukunft finden – mit Algen

Die junge Forscherin lächelt auf die Frage, wieso sie denn gerade in Herne Algen untersuche und nicht am Meer. „Wir arbeiten mit Süßwasseralgen, die gibt es überall. Im Aquarium, im See oder im Gartenteich.“ Dr. Christina Marx leitet SolarBioproducts Ruhr im Innovations- und Gründungszentrum Herne. Sie fügt hinzu: „Vor allem haben wir hier aber einen sehr großen Vorteil: Wir arbeiten mit den besten Algenforschern der Welt zusammen.“ Zu ihnen gehört Prof. Dr. Thomas Happe, Leiter der Arbeitsgruppe Photobiotechnologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der mit SolarBioproducts Ruhr kooperiert.

Wir sind hier in Herne sehr gut vernetzt – mit vielen Forschungseinrichtungen und vor allem mit der Ruhr-Universität Bochum.

Dr. Christina Marx, Projektleitung SolarBioproducts Ruhr

Noch führt Dr. Marx eine Machbarkeitsstudie durch. Ihr Ziel ist es, in naher Zukunft ein Kompetenzzentrum für Algen- und Biotechnologie aufzubauen und Herne als Forschungsstandort zu positionieren. Die Chancen dafür stehen gut. SolarBioproducts Ruhr unterhält bei der Wirtschaftsförderung Herne ein eigenes Büro und wird durch die Stadt Herne finanziell gefördert.

Deutsch-chinesisches Labor für Algenbioenergie entsteht

Erneuerbare Energien sind nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gefragt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt ein gemeinsames Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum und des Instituts für Bioenergie und Biotechnologie (QIBEBT) in Qingdao, an dem auch SolarBioproducts Ruhr maßgeblich beteiligt ist. Projektziel des deutsch-chinesischen Labors ist die Erzeugung von erneuerbaren und umweltfreundlichen Energieträgern aus Algen. Sowohl die Biodiesel- als auch die Wasserstoffproduktion mit Hilfe von Algen werden untersucht. Für Dr. Marx ein extrem spannendes Projekt, das viel Innovationspotential bietet, weil beide Seiten großes Interesse daran haben, ihre Expertise im Greentech-Sektor voranzutreiben und in Kooperation mit der Wirtschaft praktisch umzusetzen. „Mit diesem wissenschaftlichen Austausch wird es uns vielleicht gelingen, den Schlüssel zur Energiegewinnung der Zukunft zu finden – mit Algen.“